Tod durch Diabetes

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renbi

Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von renbi »

Ich glaube nicht, dass das Mädchen an einem Hypo gestorben ist. Ich habe mal versucht mich mit zu viel Insulin ins Jenseits zu befördern ca. 200 Einheiten waren da noch in der Pumpe die ich alle reindrückte. Nach ca 2 std. hat man mich (zum Glück, leider?) gefunden und etwa 6 Std später bin ich wieder aufgewacht (auf der Intensivstation). Fazit: es braucht viel (mehr) Insulin und man muss lange (ca. 1 Tag) nicht entdeckt werden. Also durch zu viel Insulin stirbt man nicht so schnell. Es müssen andere Faktoren beteiligt gewesen sein.

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hut
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Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von hut »

Hallo renbi
Schön, einen Beitrag von dir zu lesen und noch viel schöner, dass du trotz deines Insulinexperimentes doch noch unter uns weilst. Eigentlich empfehle ich dir, am Leben zu bleiben. Wir alle in diesem Forum sind Diabetesbetroffene und kennen den Diabetes und auch viele andere Probleme auch von ihren schwierigen Seiten. Ich empfehle dir, deine Anliegen und Fragen im Forum zu posten, ich bin sicher, dass du ganz viele baruchbaren Antworten erhältst.
Ich gebe dir grundsätzlich recht, dass eine Überdosis Insulin normalerweise nicht tödlich wirkt. Je nach dem, welche Faktoren zusammentreffen, kann es doch mal letale Konsequenzen haben. Ist der nicht unwesentliche Clucagenvorrat in der Leber mal aufgebraucht, kann es kritisch werden, da das Gehirn zwingend Glucose benötigt. Ein entsprechneder Glucosemangel kann dazu führen, dass das Gehirn das Atemzentrum nicht mehr steuert, was in der Regel tödlich ausgeht.
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Nike

Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von Nike »

Einen krassen Fall gab es mal vor ganz vielen Jahren in den USA. Ein Junge mit Typ 1 und seine Eltern waren fundamentalistische Christen und besuchten einen Heilungsgottesdienst. Die zogen dort ihre Show ab und versichertem dem Jungen, er sei nun geheilt. Wieder zu Hause warfen sie das Insulin und die Spritzen weg. Ich weiss nicht mehr wie lange es gedauert hat, aber natürlich macht sich der Insulinmangel bemerkbar. Nur wurden die körperlichen Reaktionen als Versuchung durch das Böse gesehen, denn er war ja geheilt. Sowohl die Eltern wie auch die Gemeindemitglieder beteten, anstatt dem Jungen zu helfen. Der Junge starb und die Eltern wurden vor Gericht gestellt und verurteilt. Die Eltern haben ein Buch geschrieben und die Geschichte wurde auch verfilmt.

http://www.nytimes.com/1988/05/19/arts/ ... fatal.html

Und beim googeln musste ich leider lesen, dass Wesley Parker noch nicht mal der einzige Diabetiker war, der ins Grab gebetet wurde.

Grüessli Nike

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Petra
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Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von Petra »

renbi hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass das Mädchen an einem Hypo gestorben ist. Ich habe mal versucht mich mit zu viel Insulin ins Jenseits zu befördern ca. 200 Einheiten waren da noch in der Pumpe die ich alle reindrückte. Nach ca 2 std. hat man mich (zum Glück, leider?) gefunden und etwa 6 Std später bin ich wieder aufgewacht (auf der Intensivstation). Fazit: es braucht viel (mehr) Insulin und man muss lange (ca. 1 Tag) nicht entdeckt werden. Also durch zu viel Insulin stirbt man nicht so schnell. Es müssen andere Faktoren beteiligt gewesen sein.
Hallo renbi
Herzlich willkommen in unserem Forum.

Ich hoffe, deine Lebenssituation hat sich soweit stabilisiert, dass es dir besser geht und du keine solchen "Jenseitsbeförderungsmassnahmen" mehr ergreifen möchtest. Ich bin sehr erschrocken über deine Schilderung und froh (also "zum Glück"), dass es nicht geklappt hat. In diesem Sinne wünsche ich dir einen guten und auch Kraft gebenden Austausch hier.

Herzliche Grüsse,

Petra
Solange Menschen nicht denken, dass Tiere fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
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renbi

Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von renbi »

Nike hat geschrieben:Einen krassen Fall gab es mal vor ganz vielen Jahren in den USA. Ein Junge mit Typ 1 und seine Eltern waren fundamentalistische Christen und besuchten einen Heilungsgottesdienst. Die zogen dort ihre Show ab und versichertem dem Jungen, er sei nun geheilt. Wieder zu Hause warfen sie das Insulin und die Spritzen weg. Ich weiss nicht mehr wie lange es gedauert hat, aber natürlich macht sich der Insulinmangel bemerkbar. Nur wurden die körperlichen Reaktionen als Versuchung durch das Böse gesehen, denn er war ja geheilt. Sowohl die Eltern wie auch die Gemeindemitglieder beteten, anstatt dem Jungen zu helfen. Der Junge starb und die Eltern wurden vor Gericht gestellt und verurteilt. Die Eltern haben ein Buch geschrieben und die Geschichte wurde auch verfilmt.

http://www.nytimes.com/1988/05/19/arts/ ... fatal.html

Und beim googeln musste ich leider lesen, dass Wesley Parker noch nicht mal der einzige Diabetiker war, der ins Grab gebetet wurde.

Grüessli Nike
Das habe ich vor ca 10 jahren auch versucht in einer afrikanischen Kirche. Diverseste Leute kamen zu einer Spezialpredigt, es wurde gebetet etc. dann habe ich die Pumpe abgehängt, aber nach zwei Tagen begann ich zu erbrechen und natürlich mussste ich mich wieder neu einstellen,na ja.... aber das war eine Überzuckerung. Bis man daran stirbt dauert es aber sehr lange und ist extrem unangenehm. es wird einem übel und man muss erbrechen, schwitzt etc.... also Hyper ist kein schöner Tod. Wenn er dann noch von seiner Familie gepusht wird wie Wesley ist es schon ganz unverständlich.

renbi

Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von renbi »

Petra hat geschrieben:
renbi hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass das Mädchen an einem Hypo gestorben ist. Ich habe mal versucht mich mit zu viel Insulin ins Jenseits zu befördern ca. 200 Einheiten waren da noch in der Pumpe die ich alle reindrückte. Nach ca 2 std. hat man mich (zum Glück, leider?) gefunden und etwa 6 Std später bin ich wieder aufgewacht (auf der Intensivstation). Fazit: es braucht viel (mehr) Insulin und man muss lange (ca. 1 Tag) nicht entdeckt werden. Also durch zu viel Insulin stirbt man nicht so schnell. Es müssen andere Faktoren beteiligt gewesen sein.
Hallo renbi
Herzlich willkommen in unserem Forum.

Ich hoffe, deine Lebenssituation hat sich soweit stabilisiert, dass es dir besser geht und du keine solchen "Jenseitsbeförderungsmassnahmen" mehr ergreifen möchtest. Ich bin sehr erschrocken über deine Schilderung und froh (also "zum Glück"), dass es nicht geklappt hat. In diesem Sinne wünsche ich dir einen guten und auch Kraft gebenden Austausch hier.

Herzliche Grüsse,

Petra
Hoi Petra, ja soweit ist die Situation im Griff, aber es ist doch ein gewissermassen entspannendes Gefühl wenn man weiss dass man ohne Schmerzen und einfach so (gesund) gehen kann. Natürlich weiss ich auch, dass es nicht unbedingt DIE Lösung ist insbesondere ich noch daran glaube, dass man das was man jetzt nicht erledigt später wieder zum erledigen kriegt. dies ist, neben den kelinen Kindern, deer Hauptgrund warum ich es bleiben lasse. Trotzdem ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen wie einfach sowas geht. Aber eben die menge Insulin muss extrem hoch sein und der Körper whrt sich stark. Deshalbe glaube ich nicht an den Tod durch ein wenig zu viel insulin oder zu wenig essen. Es muss deshalb bei dem Mädchen noch was anderes mitgespielt haben.

renbi

Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von renbi »

hut hat geschrieben:Hallo renbi
Schön, einen Beitrag von dir zu lesen und noch viel schöner, dass du trotz deines Insulinexperimentes doch noch unter uns weilst. Eigentlich empfehle ich dir, am Leben zu bleiben. Wir alle in diesem Forum sind Diabetesbetroffene und kennen den Diabetes und auch viele andere Probleme auch von ihren schwierigen Seiten. Ich empfehle dir, deine Anliegen und Fragen im Forum zu posten, ich bin sicher, dass du ganz viele baruchbaren Antworten erhältst.
Ich gebe dir grundsätzlich recht, dass eine Überdosis Insulin normalerweise nicht tödlich wirkt. Je nach dem, welche Faktoren zusammentreffen, kann es doch mal letale Konsequenzen haben. Ist der nicht unwesentliche Clucagenvorrat in der Leber mal aufgebraucht, kann es kritisch werden, da das Gehirn zwingend Glucose benötigt. Ein entsprechneder Glucosemangel kann dazu führen, dass das Gehirn das Atemzentrum nicht mehr steuert, was in der Regel tödlich ausgeht.

Hallo Hut, so wie es aussieht bist Du hier sehr aktiv. Ich habe schon diverse Erfahrungen mit Unterzuckerung gemacht, aber mehr aus der Angst keine Spätschäden (Augen, Nieren,Beine) zu kreiern und habe nun nach über 45 Jahren Diabetes nichts davon. Dafür musste ich wegen Unterzuckerung und Unfall meinen Ausweis deponiern. Nun hat mich mein Diabetologe überzeugt, dass mein Ziel nicht ein HBA1c von unter 7 sein soll sondern keine Hypos und ein etwas moderaterer Umgang mit einem etwas zu hohen BZ. Daran arbeite ich und so sollte ich meinen Ausweis in 1 - 2 Monate wieder haben. Ich muss nun auch schauen dass ich vor der Abfahrt immer teste und der Wert über 5 sein muss. Ich habe immer gegen meinen Arzt argumentiert, dass ich lieber weniger Hirn habe (wenn man so herumschaut auf der Welt hat es ja viele Leute ohne Hirn) als blind werde. Aber nun bin ich überzeugt ;) .
Finde die Beitrege bei Euch recht interssant, habe mir lange keine Zeit genommen da genauer durchzuschauen. Dank der Abmahnung hat es nun doch noch geklappt. Macht weiter so

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hut
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Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von hut »

Hallo Hut, so wie es aussieht bist Du hier sehr aktiv
Das ist nicht ganz unrichtig, ich gehöre zu den Gründern und Administratoren dieses Forums. Bereits im Vorgängerforum, welches im Privatbesitz einer Drittperson war, hatte ich die Ehre, als Administrator zu amtieren.

Nun hat mich mein Diabetologe überzeugt, dass mein Ziel nicht ein HBA1c von unter 7 sein soll sondern keine Hypos
Da gebe ich deinem Diabetologen völlig recht, es bringt nichts, die Werte unter 7 zu drosseln, wenn dabei vermehrt Hypos auftreten. Auch Hypos sind für die Gesundheit, vorallem für das Gehrin, welches auf eine genügende Glucoseversorgung angewiesen ist, nicht gerade förderlich.
Im Zusammenhang mit dem lenken eines Fahrzeuges werden Lenker mit erhöhter Hypogefahr als nicht fahrtauglich betrachtet.

Ich muss nun auch schauen dass ich vor der Abfahrt immer teste und der Wert über 5 sein muss
Die BZ-Messung vor Fahrtbeginn ist Pflicht für jeden Diabetiker. Ebenso, dass der BZ bei längeren Fahrten alle 1 bis 1 1/2 Stunden gemessen werden muss.
http://www.irm.unibe.ch/unibe/medizin/i ... er_ger.pdf

Es freut mich natürlich, dass du den Weg in unser Forum wieder gefunden hast und aktiv mitschreibst!
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Re: Tod durch Diabetes

Beitrag von swissphoenix »

hi renbi
wegen der angst zu erblinden, gehst du jedes jahr zur kontrolle beim augenarzt? heute kann man oft die augen auf einfache weise retten wenn mal was nicht so ist wie es sein sollte. bedeutet aber das man regelmäsig zur kontrolle geht.

der aktivste mitleser hier im forum ist wohl google bot :) der ist echt oft da sagt aber nie was
Wer mich sucht der wird mich bei Twitter finden @swissphoenix_ch oder auch auf facebook

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