Schwangerschaftsdiabetes

Hier werden Fragen rund um den Gestationsdiabetes diskutiert
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hut
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Re: Schwangerschaftsdiabetes

Beitrag von hut »

Neue Empfehlungen der Schweizer Fachgesellschaften betreffend Diabetes-Screening für Schwangere:

DIABETES-SCREENING FÜR JEDE SCHWANGERE

Für das Management des Gestationsdiabetes besteht seit wenigen Jahren ein internationaler Konsens. In der Schweiz empfehlen deshalb auch die Fachgesellschaften SGGG* und SGED** für alle Schwangeren ein Screening, tiefere Grenzwerte für die Diagnose und postpartale Massnahmen.

Die aktuellen Richtlinien erläuterte der Internist und Endokrinologe/Diabetologe Dr. Lukas Villiger vom Ärztezentrum Täfernhof in Dättwil am Forum für medizinische Fortbildung.
Der Grenzwert für Gestationsdiabetes (GDM) wurde in den letzten Jahren gleich mehrmals gesenkt, von 6,5 mmol/l auf aktuell 5,1 mmol/l Nüchternblutzucker. Die Reduktion geht einher mit einem tieferen Risiko für maternale und fetale Komplikationen, insbesondere für Makrosomie. «Doch der tiefe Schwellenwert führt auch zu deutlich mehr Gestationsdiabetes-Diagnosen», betonte Dr. Villiger. Die meisten Schwangere hätten lediglich eine genetische Disposition für einen Diabetes und bräuchte keine Therapie mit Insulin.

Orale Antidiabetika sind wenig effektiv
Die Basistherapie eines GDB umfasst Lebensstilveränderungen und in zweiter Linie Insulin. Orale Antidiabetika wie Metformin sind in der Schwangerschaft nur wenig effektiv. Behandlungsziel ist, die Nüchternglukose unter 5,3 mmol/l sowie den OGT-1-Stunden-Wert auf 8 mmol/l und den OGT-2-Stunden-Wert auf unter 7 mmol/l zu senken. Liegen die Blutzuckerwerte nach zwei Wochen mit modifiziertem Lebensstil in der Tagesprofilkontrolle 20–30 % über den oben genannten Zielwerten (nüchtern, bzw. eine oder zwei Stunden nach Beginn einer Hauptmahlzeit), ist Insulin indiziert, erklärte Dr. Villiger.
Ist die Schwangere gut eingestellt, sollte der Blutzucker alle vier Wochen anhand der 4- oder 7-Punkte-Tagesprofile kontrolliert werden. Nach der Geburt kann ein Insulinstopp versucht werden. Nach der Stillzeit sollte zudem der Blutzucker kontrolliert und danach jedes Jahr der HbA1C-Wert bestimmt werden. «Denn von den Patientinnen mit einem GDM haben 30–50 % zehn Jahre nach der Schwangerschaft einen Typ-2-Diabetes», so der Experte.

* Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
** Schweizerische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie

Quelle / mehr dazu:
https://www.medical-tribune.ch/medizin/ ... ngere.html
Wer einen Tippfehler findet, darf ihn behalten, ich besitze noch einen genügenden Vorrat davon!
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praslea

Re: Schwangerschaftsdiabetes

Beitrag von praslea »

Hallo ihr, ich habe zwar kein Schwangerschaftsdiabetis aber normalen Typ 1 seit 15 Jahren. Ich hatte panische Angst am Anfang als ich schwanger wurde (war zwar geplant aber dennoch macht man sich gedanken) wie es mit dem Kind ist und den Werten. Man sollte auf keinen Fall höhere Werte bekommen, denn auch wenn es nur Schwangerschaftsdiabetis ist kann man dem Kind sehr schaden, entweder es wird zu groß, zu schwer oder man schadet den Organen des Kindes.
Auch wenn es eine Überwindung ist, spirtzen ist von vorteil denn jeder hohe Wert schadet.
neko

Re: Schwangerschaftsdiabetes

Beitrag von neko »

Ich kann euch beruhigen bei 98% der Schwangeren mit Gestationsdiabetes verschwindet diese auch wieder. Bei den 2% handelt es sich wohl um erblich bedingte Folgeerkrankung bzw nach Erkrankungen.
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diabetix
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Re: Schwangerschaftsdiabetes

Beitrag von diabetix »

Interessant, dass Du das weisst :idea:
Hast Du einen "medizinischen" Beruf ;)
diabetix
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