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Geschichte der Diabetologie

Allgemeine Fragen und Gespräche rund um Diabetes

Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 08:50

diabetesclub.ch befasste sich auf der Facebook-Seite https://www.facebook.com/diabetesclub.ch/ wiederholt mit der Geschichte der Diabetologie. Dieser Thread soll den Forenusern, welche sich nicht auf Facebook bewegen, einen Überblick über die bisherigen entsprechenden Beiträge vermitteln. Neue Beiträge werden künftig auch hier gepostet. Die Links führen zum entsprechenden Facebook-Beitrag mit Bildern.

Geschichte der Diabetologie
Beitrag vom 11. Februar 2016 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&theater

Heute lautet der Slogan des Schweizer Diabetesforums www.dieabetesclub.ch „Diabetes? … na und!“… Vor 100 Jahren gelang es erstmals, Insulin aus Pankreasgewebe zu gewinnen!

Im 6. Jhd. v. Chr. stellt der indische Chirurg Sushruta klebrig-süßen Urin bei einem seiner Patienten fest.

Im 2. Jhd. n. Chr. beschreibt sein Landsmann Charaka das Krankheitsbild in der Charaka Samhita schließlich folgendermaßen: „Du hast einen Patienten, der Harn lässt wie ein brünstiger Elefant, dessen Harn Honigharn oder Zuckerruhrharn heißt und dessen Harn süß schmeckt und die Ameisen und Insekten anlockt.“[

Um 100 n. Chr. schreibt Aretaios: „Der Diabetes ist eine rätselhafte Erkrankung. Er beschreibt die Symptome und den Verlauf: „Diabetes ist ein furchtbares Leiden, nicht sehr häufig beim Menschen, ein Schmelzen des Fleisches und der Glieder zu Harn... Das Leben ist kurz, unangenehm und schmerzvoll, der Durst unstillbar, ... und der Tod unausweichlich

1675 beschreibt Thomas Willis den Geschmack des Urins bei Diabetes als "honigsüß". Auf ihn geht somit die Bezeichnung "mellitus" zurück

1683 entfernte Johann Konrad Brunner Hunden die Bauchspeicheldrüse und beobachtete als Folge extremen Durst und Polyurie; er gilt somit als Entdecker des pankreopriven Diabetes mellitus.

1860 behandelt Joseph Alexander Fles (1819–1905) einen Diabetiker mit Extrakten aus Kälberpankreas, vier Jahre später veröffentlicht er diese Versuche.

1900 erkennt Leonid Sobolew (1876–1919) die „Inseln“ als Produktionsstätten blutzuckersenkender Substanzen.[

1916 gelingt es Nicolae Paulescu erstmals, Insulin aus Pankreasgewebe zu gewinnen. Er nennt das Präparat Pankrein, es war bei einem diabetischen Hund wirksam.

1922 gelingt dem Team um Banting und Best die erste Rettung eines Diabetikers. Der 13 Jahre alte Leonard Thompson, der seit eineinhalb Jahren an der Krankheit litt, wird von ihnen im Toronto General Hospital mit Rinderinsulin behandelt. Schon nach drei Tagen ist sein Harn frei von Zucker und Azeton.
In den folgenden Jahrzehnten wird Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen. 1926 gelingt es John Jacob Abel (1857–1938) an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, Insulin in reiner, kristalliner Form darzustellen.[
Die gentechnische Herstellung von Insulin gelingt erstmals 1978 bei Genentech.[ 1985 wird der erste Insulinpen, der NovoPen von Novo Nordisk, auf den Markt gebracht.

Dank den Fortschritten der Medizin leben wir heute im Schweizer Diabetesforum www.diabetsclub.ch mit dem Forenslogan „Diabetes? … na und!“ …
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 08:53

Glukosebestimmung im Urin bzw. im Blut
Beitrag vom 12. Februar 2016 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&theater

Urin-Tests
Schon 1907 hatte der amerikanische Arzt Stanley Rossiter Benedict das Benedict’sche qualitative Reagens entdeckt, mit dem erstmals im Urin Zucker nachgewiesen werden konnte. Seine Probe wurde noch bis in die 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts verwendet. Der Urin musste dabei während fünf Minuten im Wasserbad gekocht werden. Dabei hatte die Firma Bayer schon 1941 den Clinitest entwickelt, bei dem nur noch eine Tablette zum Urin gegeben werden musste, um nach dem automatischen Kochprozess das Resultat anhand der Farbe abzulesen.

Die ersten Teststreifen nur zur Bestimmung von Zucker im Urin wurden in den 1950er-Jahren eingesetzt.

Blutzuckermessung:
Noch vor 100 Jahren war eine umfangreiche Laborausstattung nötig, um die Glukosekonzentration im Blut messen zu können, und eine Analyse dauerte zwei Tage. Die Labormediziner entnahmen bis zu einem Viertelliter Blut und gingen mit Zentrifuge und größeren Mengen flüssiger Reagenzien zu Werke, die sie in großen Kolben kochten.

Ein erstes transportables Messgerät, das "Ames Reflectance Meter", kam 1969 auf den Markt. Es war über ein Kilogramm schwer und nur für Arztpraxen gedacht.

Die Idee, Blutzuckermessgräte auch für die Selbstkontrolle einzusetzen, hatte schließlich ein Diabetiker, der im Alter von fast 50 Jahren noch Medizin studierte, um sein Anliegen glaubhaft vertreten zu können. Tatsächlich war weniger die Technik als die Einstellung der damaligen Ärzte ein Hindernis für die Verbreitung der Blutzuckerselbstkontrolle. So hielten es die Mediziner noch bis Ende der 1970er-Jahre für unnötig, ja schädlich, Patienten für den Umgang mit ihrer Krankheit Verantwortung zu übertragen. Urin- und erst recht Blutzuckertests seien zu zeitaufwendig und machten den Patienten überängstlich, waren beliebte Argumente.
1968 wurde von Dr. Samuel Rahbar in Teheran das verzuckerte Hämoglobin entdeckt, das HbA1c, welches den mittleren Blutzucker der letzten drei Monate reflektiert.

Heute managen wir unseren Diabetes mit einer Selbstverständlichkeit mit Blutzucker-Selbstmessungen und leben mit dem Forenslogan des Schweizer Diabetesforums www.diabetesclub.ch "Diabetes? ... na und?"
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 08:57

Geschichte der Insulin Pumpentherapie
Beitrag vom 15. Februar 2016 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... 4069950490

Die Insulinpumpentherapie (CSII, kontinuierliche subkutane Insulininfusion) begann Mitte der 1970er Jahre. Vorher hatte es schon Bemühungen um eine Insulinzufuhr
gegeben, die der von Nichtdiabetikern entspricht. Berühmt ist ein Bild aus dem Jahr 1963, welches Arnold Kadish, einen Arzt aus Los Angeles, mit einer Insulinpumpe
in der Größe eines Rucksacks zeigt. Diese führte Insulin und Glukagon intravenös zu.
Systematische Tests mit der kontinuierlichen Insulinzufuhr begannen Anfang der 1970er Jahre. Für die intravenöse Insulininfusion bei Patienten mit Typ-1-Diabetes dienten Perfusoren. Dabei wurde im Vergleich zur konventionellen Insulintherapie eine sehr gute
Blutzuckereinstellung erreicht. Allerdings war das Risiko für Infektionen aufgrund des venösen Zugangs für den Alltagsgebrauch zu hoch.

Spritzenpumpen
Mitte der 1970er Jahre begannen Forscher in Großbritannien und Frankreich, mit kleinen, batteriebetriebenen Spritzenpumpen das Insulin kontinuierlich über einen
Katheter dem Unterhautfettgewebe zuzuführen. Der subkutane Weg verminderte das Risiko von Infektionen erheblich. Unter einer Spritzenpumpe war dabei ein mit einem kleinen Motor angetriebenes Gerät zu verstehen, in welcheseine Spritze eingelegt und auf deren Stempel die Motorkraft übertragen wurde. Sie war nicht speziell für die Abgabe von Insulin konzipiert, versorgte aber die Patienten über den ganzen Tag kontinuierlich mit einer konstanten Menge an Insulin. Die Abgabegeschwindigkeit (also die Basalrate) wurde mit Hilfe einer Kochsalzlösung „kalibriert“. Zur Gabe eines Bolus
mussten die Einheiten zusätzlich durch Drehen an einer Schraube abgegeben werden. Bei den ersten Systemen, wie dem „Mill Hill Infusor“ oder der Auto Syringe 6C, mussten dazu die Insulineinheiten erst errechnet werden. Die recht großen und ca. 250 g schweren Geräte liessen in Bezug auf den Tragekomfort viele Wünsche offen, ebenso wie die Kathetermaterialien, deren PVC-Schläuche die Gefahr der Zerstörung von Insulin insbesondere bei kleinen Abgabemengen in sich bargen.

Programmierbare Basalrate
Mit der Betatron II begann die Programmierung von alternativen Basalraten, so dass nicht mehr nur eine konstante Dosierung möglich war. Auch die Autosyringe AS 8MP und die Minimed 504 wiesen bereits vier verschiedene Basalraten auf. Den Durchbruch zur 24-stufigen Basalrate gab es mit dem Hoechst-Infusor MRS1 vom Schweizer Unternehmen Disetronic. Die Basalratenprogrammierung erfolgte dabei noch über ein
externes Programmiergerät in der Arztpraxis; erst bei der H-TRON Hoechst konnte die Programmierung von den Patienten in der Insulinpumpe vorgenommen werden.

Moderne Insulinpumpentherapie
Heute stehen uns Insulinpumpen zur Verfügung, welche präzise, an die Bedürfnisse des Körpers angepasste Dosen eines schnellwirkenden Insulins abgeben, welche verbunden mit einem kontinuierlichen Glukosemonitoring (CGM) Menschen mit Diabetes ein umfassenderes Bild um das Geschehen rund um ihren Glukosespiegel vermitteln, was zu besseren Behandlungsentscheidungen und einer besseren Blutzuckerkontrolle führen kann. CGM misst den Glukosespiegel in Echtzeit und rund um die Uhr. CGM informiert darüber, in welche Richtung der Glukosespiegel sich entwickelt, benachrichtigt frühzeitig bei anstehenden Unter- und Überschreitungen des Zielbereichs, warnt den Patienten auch im Schlaf bei Unter- und Überzuckerungen und liefert wertvolle Einsichten in die Auswirkungen von Ernährung, körperlicher Aktivität, Medikation und Erkrankungen auf den Glukosespiegel.
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 09:02

Insulinpumpe vor 30 Jahren
Beitrag vom 04. März 2016 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&theater

Insulinpumpe vor rund 30 Jahren, damals ein Meisterwerk der Medizintechnik...
... Wie werden unsere Insulinpumpen im Jahr 2046 wohl aussehen?

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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 09:05

Die Geschichte der Stoffwechselkrankheit Diabetes Mellitus
Beitrag vom 12. Juni 2016 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&Theater

Die Geschichte der Stoffwechselkrankheit Diabetes Mellitus beginnt bereits in der Antike. Das älteste Dokument, das die Krankheit belegt, wurde in Form einer Ägyptischen Schriftrolle gefunden. Der Papyrus Ebers, stammt aus dem Zeitraum um 1500 vor Christus!

In den folgenden Jahrhunderten vor Christus wurden aus verschiedenen Quellen, meist von arabischen und griechischen Philosophen und Medizinern, Symptome des Diabetes erwähnt. Ein detailliertes Krankheitsbild oder den Namen „Diabetes“ gab es zu dieser Zeit jedoch noch nicht.

Der abendländische Philosoph und Arzt Avicenna befasste sich bereits im 11. Jahrhundert n.Chr. mit dem damals noch nicht benannten Diabetes und erforschte die Krankheit. Aus religiösen Gründen wurden die Forschungsarbeiten von Avicenna und anderen arabischen Philosophen in Europa nicht verbreitet. Die Kirche behauptete, sämtliches Wissen sei in der Bibel zu finden und Experimente seien nicht angebracht.

In den Jahrhunderten nach Christus waren es vermehrt Griechische Mediziner, welche immer detailliertere Symptomatiken und Folgeerkrankungen dokumentierten. Man ging aufgrund des häufigen Wasserlassens lange Zeit, sogar bis ins 19. Jahrhundert, fälschlicherweise von einer Nierenerkrankung aus.

Der Mediziner Paracelsus begann im 16. Jahrhundert damit, den Urin von Diabetespatienten zu analysieren. Leider missinterpretierte er die weißen Rückstände, die verdampfter Urin hinterließ, als Salz. Als Auslöser des Diabetes vermutete er daher eine Salzablagerung in den Nieren.

Die Diabetesforschung beschleunigte sich in den folgenden Jahrhunderten extrem. Nach der Erkenntnis über die Funktion von Bauchspeicheldrüse und Inselzellen, gelang Anfang des 20. Jahrhunderts dann der Durchbruch durch die Entdeckung (1921) und die letztendliche Behandlung mit industriell hergestelltem Insulin. (Entdeckung des Insulins s. https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&theater)
Vor der Entdeckung des Insulins galt eine Typ-1-Diabetes-Erkrankung noch als sicheres Todesurteil mit einem quälenden Krankheitsverlauf.
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 09:10

Geschichte der Insulinspritze
Beitrag vom 24.06.2016 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&Theater

Seit mehr als 90 Jahren wird Insulin mit eigens dafür hergestellten Insulinspritzen injiziert. Seit 1985 der erste Insulinpen, der NovoPen von Novo Nordisk, auf den Markt gebracht wurde, hat sich, verbunden mit den feinen, kaum mehr spürbaren Insulinnadeln ein wesentlicher Wandel vollzogen....

Spritze.jpg
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 09:13

Vom Reflectance Meter zum CGM und FGM
Beitrag vom 14. Dezember 2016 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&Theater

1969 brachte die US-Amerikanische Firma Ames den Reflectance Meter, mit welchem ein selbständig gewonnener Bluttropfen mittels dem Teststreifen „Dextrostix“ ausgewertet werden konnte, auf dem Markt. Das Gerät wog 1,1 Kilogramm, benötigte dauerhalt 220 Volt und kostete rund 500 US$, was damals rund 2‘400 SFr entsprach (man beachte: Die Kaufkraft der Durchschittsbevölkerung war 1964 wesentlich tiefer als heute!).
Verglichen mit den heutigen Technologien und Preisen ist der Slogan des Schweizer Diabetesforums http://www.diabetesclub.ch erst recht zutreffend „Diabetes! ... na und?“
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 09:15

ERSTER VORLÄUFER DER INTENSIVIERTEN KONVENTIONELLEN INSULINTHERAPIE (ICT) BEREITS 1929
Beitrag vom 02. Februar 2017 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&Theater

Der deutsche Internist, Kinderarzt und Diabetologe Karl Marie August Stolte (* 15. April 1881 in Strassburg; † 5. September 1951 in Heidelberg) war ein, wirkte von 1916 bis zu seinem Tod als Direktor der Kinderkliniken der Universitäten Breslau, Greifswald beziehungsweise Rostock. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Weiterentwicklung der Therapie des Typ-1-Diabetes im Kindesalter. Er postulierte in diesem Bereich grundlegende Prinzipien wie ein als „freie Diät“ bezeichnetes Konzept mit bedarfsgerechter Insulingabe, die jedoch erst nach seinem Tod breite Anwendung fanden und in der Gegenwart als Standard in der Behandlung des kindlichen Diabetes mellitus gelten.

Während seiner Zeit an der Universität Breslau begann Karl Stolte ab 1929, ein Konzept für eine flexible Therapie des Diabetes mellitus im Kindesalter zu entwickeln, das er als „freie Diät“ bezeichnete und zum Beginn der 1930er Jahre in mehreren Fachartikeln vorstellte. Dieses Konzept beruhte auf einer „normalen“ Kost mit gewissen Einschränkungen hinsichtlich Menge und Zusammensetzung der Mahlzeiten sowie einer darauf abgestimmten bedarfsgerechten Insulingabe; es wurde bei entsprechend geschulten Erwachsenen mit Typ-1 Diabetes erstmals wissenschaftlich untersucht und begründet in den 1980er Jahren von Ernst-Adolf Chantelau und Mitarbeitern an der Universität Düsseldorf und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft kritisiert. Die mahlzeitenbezogene Insulinzufuhr, in Insulineinheiten bemessen, orientiert sich an der Art und Menge der zu verzehrenden Kohlenhydrate, in Broteinheiten bemessen, und ihrem glykämischen Index, sowie der aktuell zu leistenden Muskelarbeit.
Vor allem durch die mit dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit verbundenen Einschränkungen und wegen des Mangels an Methoden zur einfachen, präzisen und ortsunabhängigen Blutzuckermessung während Karl Stoltes Schaffenszeit konnten sich seine Ansichten jedoch nicht gegen die damals geltende Lehrmeinung in der Diabetestherapie durchsetzen. Diese beruhte auf dem von dem Wiener Internisten Carl von Noorden sowie von dem Greifswalder Diabetologen Gerhardt Katsch vertretenen Grundsatz, dass die Ernährung - im Sinne einer minutiös vorgeschriebenen Diät - der Wirkung des gespritzten Insulin anzupassen sei. Demgegenüber vertrat Stolte den Standpunkt, dass die Insulindosierung der Ernährung angepasst werden sollte - unter systematischer Stoffwechselüberprüfung, zu der ihm damals lediglich die Urinzuckermessung zur Verfügung stand.
Das Prinzip der gegenwärtig praktizierten Basis-Bolus-Therapie entspricht dem Ansatz von Karl Stolte, der damit als einer der Pioniere der Intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) gilt.
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 09:18

Diabetes-Diagnostik im Wandel der Zeit
Beitrag vom 24.03.2017 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&Theater

Um 100 n. Chr. schreibt der griechische Arzt Aretaios: „Der Diabetes ist eine rätselhafte Erkrankung, ein furchtbares Leiden, nicht sehr häufig beim Menschen, ein Schmelzen des Fleisches und der Glieder zu Harn... Das Leben ist kurz, unangenehm und schmerzvoll, der Durst unstillbar, ... und der Tod unausweichlich.“

Im 2. Jhd. n. Chr. beschreibt der indische Arzt Charaka das Krankheitsbild folgendermaßen: „Du hast einen Patienten, der Harn lässt wie ein brünstiger Elefant, dessen Harn Honigharn oder Zuckerruhrharn heisst und dessen Harn süss schmeckt und die Ameisen und Insekten anlockt.“

1675 schrieb der englische Arzt Thomas Willis: „Der Harn der Kranken ist wunderbar süss, als sei er mit Zucker oder Honig durchtränkt.“ (Wie er wohl zu dieser Erkenntnis kam???) Im Gegensatz zu seiner Kollegenschaft, die den Diabetes als reine Nierenkrankheit ansahen, vermutete er jedoch bereits, dass die Ursache im Blut liegen müsse.

Seit 2010 ist die Aussage „Diabetes! … na und?“ der gelebte Slogan des Schweizer Diabetesforums www.diabetesclub.ch.
Auch wenn Diabetes auch heute noch kein Zuckerlecken ist, lässt es sich mit Diabetes doch recht gut leben, sofern man sich damit in geeigneter Weise auseinandersetzt.
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Re: Geschichte der Diabetologie

Beitragvon hut » Mi 18. Apr 2018, 09:22

Mit Diabetes Typ 1 den Holocaust überlebt
Beitrag vom 29.05.2017 / https://www.facebook.com/diabetesclub.c ... =3&theater

Das Schweizer Diabetesforum www.diabetesclub.ch befasst sich auch mit denkwürdingen Diabetesgeschichten:

Ernest Sterzer, der mit Diabetes Typ 1 den Holocaust überlebte

Franziska Bachl, Roche Diabetes Care, liest viel über Schicksale von Menschen, die mit Diabetes leben. Diesen Bericht, der ihr ganz besonders nahe ging, teilt sie mit uns. Die britische Diabetesgesellschaft hat ihn veröffentlicht. Der Link zum Artikel (in Englisch) ist unten angefügt. Ebenso der Link zur Lebensgeschichte, die Ernest Sterzer selbst geschrieben hat.

Ernest Sterzer wird 1925 in Wien geboren. Mit drei Jahren diagnostizieren die Ärzte, dass er unter Diabetes leidet. Ernest wird mit Insulin therapiert. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, veranlasst Hitler die «Endlösung der Judenfrage». Juden sowie Homosexuelle, Sinti, Roma, Pfarrer, Behinderte, Sozialisten, Zeugen Jehovas werden in Konzentrationslager überstellt, die meisten vergast.

Ernest kommt am 1. Oktober 1942 im KZ Theresienstadt an. Die Gefangenen schlafen auf dem nackten Boden. Er erlebt, wie ausgehungerte, erschöpfte Menschen neben ihm sterben. Ernest weiss, dass er ohne Insulininjektion nicht länger als vier oder fünf Tage überlebt. Als er zur Arbeit in der Bäckerei eingeteilt wird, stiehlt er täglich ein Brot. Seine Mutter hat eine Frau gefunden, mit der sie das Brot gegen Insulin tauscht. Die Frau wird die Geliebte eines Lagerwärters, damit er das Insulin besorgt.

Zwei Jahre später wird Ernest mit anderen Häftlingen verlegt. Im Gedränge der Abfahrt verliert er die Kamerahülle, in der er seine Spritzen, Nadeln und sechs Fläschchen mit Insulin aufbewahrt. Zwei Tage später kommt er in Birkenau bei Auschwitz an. Am Eingang wird er von seiner Mutter getrennt. Zwei weitere Tage später, immer noch ohne Insulin, fällt Ernest ins Koma. Er wacht in einem Krankenaus auf. Der zuständige Arzt, ein russischer Jude, versorgt ihn. Obwohl er das Insulin mit rostigen Nadeln spritzt, erkrankt Ernest wie durch ein Wunder nicht an Blutvergiftung. Als zwei Wochen später angeblich die Russen anrücken, wird das Lager evakuiert. Dabei nimmt ein Aufseher Ernest das kleine Päckchen mit den Spritzen und dem Insulin weg. Wieder reist Ernest ohne Medizin.

Der Gefangenenzug erreicht das Aussenlager des KZ-Sachsenhausen, dessen Häftlinge für die Heinkel Werke arbeiten, damals einer der grössten deutschen Flugzughersteller. Ernest ist seit drei Tagen ohne Insulin. Er kann sich gerade noch aufrechthalten und den Lagerarzt über seinen Diabetes informieren, kurz bevor es zu spät ist. Der Lagerarzt verabreicht ihm jetzt täglich Insulin. Aber Ernests Zustand ist schlecht. Deshalb wird er ins KZ Sachsenhaus verlegt und dort medizinisch vorbildlich versorgt. Ernest geht täglich zweimal zum Urintest und einmal täglich zur Kontrolle der Blutzuckerwerte. Insulin wird ihm in ausreichenden Dosen verabreicht. Trotzdem zeigen sich bereits erste Folgeerkrankungen.

Am 21. April 1945 wird das KZ Sachsenhausen evakuiert. Ernest macht sich mit hunderten entkräfteter Gefangener auf den langen Marsch Richtung Ostsee. Als am 2. Mai 1945 der letzte SS-Wärter die Häftlinge verlässt, ergreift Ernest die Flucht und schlägt sich nach Hause durch. In Wien findet er seinen Bruder. Sein Vater und seine Mutter starben in den Konzentrationslagern. Die Schwester war 1939 nach Amerika ausgewandert.

Ernest erfährt, dass es in Wien während des Krieges kein Insulin gab. Er ist überzeugt, dass er dort mit Sicherheit gestorben wäre und nur – Ironie des Schicksals – dank der Konzentrationslager überlebte.

Ernest emigriert nach Amerika. Im Jahr 1956 ist er völlig erblindet, aufgrund der Schläge der Nazis und weil er während seiner Zeit in den KZ nicht täglich Insulin spritzen konnte. Er lebt mit seinem Blindenhund Sheila in New York. Ernest Sterzer stirbt am 1. Mai 1973.

Artikel in Englisch:
http://www.diabetes.co.uk/blog/2015/03/ ... t-sterzer/

Quelle: https://mein-blutzucker.ch/ernest-sterz ... olocaust2/
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